Die goldene Spandauer Ehrennadel“

Bezirksbürgermeister Frank Bewig ehrt sechs Persönlichkeiten

Seit dem Jahr 2001 zeichnet der Bezirk Spandau Menschen aus, die sich in besonderer Weise um den Bezirk verdient gemacht haben.

Am letzten Augusttag sind sechs Menschen während einer feierlichen Verleihung und einem Festakt von Bezirksbürgermeister Frank Bewig auf der Zitadelle Spandau ausgezeichnet worden. Bewig würdigte das langjährige Engagement der Geehrten:

„Die Goldenen Spandauer Ehrennadeln sind ein Zeichen unserer Anerkennung für Menschen, die mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und ihrer Energie Verantwortung für unseren Bezirk übernehmen. Hinter jeder dieser Auszeichnungen stehen viele Jahre des Engagements, unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit und die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen.“

Die Spandauer Ehrennadel bietet dem Thema Engagement im Ehrenamt in Spandau einen würdigen Rahmen und drückt den verdienten Respekt für die Preisträgerinnen und Preisträger sowie ihre außergewöhnlichen Verdienste um den Bezirk aus.

Durch den Abend führte als Moderator Sven Oswald und verlas die Laudationes der sechs Geehrten. Im Anschluss überreichten Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack, die Goldenen Ehrennadeln und Urkunden. Einen besonderen Höhepunkt bildete der anschließende Eintrag der sechs  Ausgezeichneten in das Goldene Buch des Bezirks Spandau. Beim anschließenden Sektempfang konnten die Geehrten, ihre Angehörigen und Gäste den Abend gemeinsam ausklingen lassen und miteinander ins Gespräch kommen. Für die musikalische Untermalung sorgte die Kreativmolkerei Spandau.  

Über die Vergabe der Ehrennadel entscheidet ein Gremium aus Bezirksbürgermeister Frank Bewig, der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Dr. Carola Brückner, dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Christian Heck sowie dem stellvertretenden Vorsteher Uwe Ziesack.

Siegrid Meyer:

Sigrid Meyer

Über viele Jahre hinweg engagierte sie sich mit großem Einsatz in der Kirchengemeinde St. Nikolai. Sie organisierte, unterstützte, half dort wo sie gebraucht wurde.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihres Lebens wurde der Kajak-Club Albatros 1926 e.V. Und auch hier zeigt sich wieder ihre ganz besondere Bescheidenheit. Auf die Frage nach ihrem sportlichen Hintergrund sagte Sie: „Ich war keine Sportlerin im eigentlichen Sinn.“ Und nach einer kurzen Pause fügte sie lächelnd hinzu: „Unsere Kinder dafür umso mehr.“ Die Kinder treiben Sport. Man fährt sie zum Training. Man hilft einmal bei einer Veranstaltung. Dann übernimmt man eine kleine Aufgabe.
Und ehe man sich versieht, sind aus ein paar Stunden viele Jahre geworden so wie bei Siegrid Meyer.
Olaf Jahn:

Olaf Jahn

Es sind Ehrenamtliche, die im Hintergrund dafür sorgen, dass Sicherheit selbstverständlich wird. Einer dieser Menschen ist Herr Olaf Jahn. Seine Geschichte bei der DLRG begann im Jahr 1978. Die Begeisterung für das Wasser begleitete ihn allerdings schon viel früher. 1981 absolvierte er die Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Vier Jahre später folgte der Bootsführerschein. Seitdem gehört das Rettungsboot für ihn genauso selbstverständlich zum Sommer wie für andere das Handtuch und die Sonnencreme.

Mit Beginn der Saison 2000 übernahm Olaf Jahn die Leitung der Wasserrettungsstation am Groß Glienicker See. 

Dr. Klaus Leichter

Dr. Klaus Leichter

Klaus Leichter trägt schon sein ganzes Leben ein Geheimnis mit sich: Eine Woche lang hat er nicht in Spandau gelebt, schließlich wurde er in einem Charlottenburger Krankenhaus geboren. Aber seitdem, so schwört er hoch und heilig, hat er immer in seinem geliebten Spandau gewohnt. Die bezirkliche Verbundenheit zeigt sich auch in seinen zahlreichen Mitgliedschaften in lokalen Vereinen. So ist er seit 1951 bei Spandau 04 und arbeitete bei der Fusion zu den Wasserfreunden Spandau 04 in einer Kommission mit. Er ist Mitglied beim SC Gothia, in der Heimatkundlichen Vereinigung und der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau.
Doch das Herz des Bauingenieurs hängt besonders an der Schützengilde, der er von 1999 bis März 2026 vorstand. In dieser Zeit wurde er vier Mal Schützenkönig.

Franz-Josef Esser

Franz Josef Esser

Wo andere damit hadern, sich in eine neue Gemeinschaft einzuleben, findet Franz-Josef Esser in Spandau nach seinem Umzug aus Bonn schnell ein neues soziales Umfeld und engagiert sich in der katholischen Gemeinde St. Joseph.
Als er auf die Mahnwache Spandau trifft, beginnt eine prägende Zeit in seinem Leben. Auf dem Spandauer Marktplatz macht er sich fast 15 Jahre lang jeden ersten Samstag im Monat stark für ein friedliches Miteinander.

Seinen eindrucksvollsten Moment erlebte er im Jahr 2017, als am 17. August hunderte Neonazis sich zum 30. Todestag von Rudolf Heß bereit machten, um in der Wilhelmstadt zu marschieren. Franz-Josef Esser sprach dafür, sich dem Aufmarsch entgegenzusetzen und war überrascht, dass sich zahlreiche Bürger es geschafft hatten, die Klosterstraße zu blockieren, sodass es für die Neonazis kein Durchdringen gab.

Iris Schliemann

Iris Schumann

Vor über zwanzig Jahren begann ihr Engagement bei LAIB und SEELE – zunächst eher durch einen kleinen Umweg: Ein Fahrer wurde gesucht, und Frau Schiemann hatte schnell eine Idee: „Mein Mann könnte das doch machen.“ Was als Hilfe von ihrem Mann begann, wurde schon bald zu ihrem eigenen ehrenamtlichen Weg – und zu einem Engagement, das bis heute anhält.

Wenn man Iris Schiemann fragt, warum sie sich engagiert, fällt die Antwort kurz und klar aus: „Helfen tu ich schon immer.“ Und auf die Frage nach dem Warum folgt: „Wenn jemand Hilfe braucht – helfen!“

Jeden Freitag zwischen 12 und 16 Uhr verwandeln sich die Räume der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in einen Ort, an dem Hilfe ganz praktisch wird. Rund 150 bis 200 Menschen erhalten hier jede Woche Lebensmittel.

Armin Wohlfarth

Armin Wohlfahrt

Wo Armin Wohlfarth wirkt, kann man mit Fug und Recht behaupten: Das ist bleibend. Man denke beispielsweise an die Umgestaltung des Schul- und Innenhofs der Bernhard-Lichtenberg-Schule, die er maßgeblich unter dem Motto „Grün macht Schule“ vorantrieb. Auch das heutige Schullogo wurde wesentlich von ihn mitentworfen.

In seiner Gemeinde, St. Markus, ist er seit Jahrzehnten für seine Mithilfe geschätzt. Sei es im Kirchenvorstand, dem er seit 11 Jahren angehört, der Jugendhilfe oder dem Bauausschuss, der die Umsetzung einzelner Bauvorhaben vorbereitet. Armin Wohlfarth packt aber auch mal selber an, wenn kleinere Hausmeisterdienste anfallen. In der Sportvereinigung Deutsche Jugendkraft Spandau hat er in seinen vierzig Jahren neben dem Ausüben verschiedenster Sportarten wie Hand- und Fußball auch die Badminton-Abteilung ins Leben gerufen und stand dem Verein einige Jahre als Präsident vor.