Anerkennung für beeindruckende Innovationsleistungen: Christian Wulff gratuliert der CONTAG AG aus Berlin zum Sprung in die TOP 100. Die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit fand am Freitag, 26. Juni, in Heidelberg für alle Mittelständler statt, die am Jahresanfang mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet worden sind. Der frühere Bundespräsident und Ministerpräsident begleitete den zum 33. Mal ausgetragenen Innovationswettbewerb als Mentor. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren überzeugte CONTAG in der Größenklasse B (51 bis 200 Mitarbeiter in Deutschland) besonders in der Kategorie Innovationsklima.
In dem anlässlich der Auszeichnung veröffentlichten TOP 100-Unternehmens-porträt heißt es:
In der Spandauer CONTAG AG gehören Eilaufträge zum Alltag. Das Unternehmen produziert High-Tech-Leiterplatten mit Schwerpunkt auf der schnellen Fertigung von Prototypen. Entwicklungsabteilungen der Elektronikindustrie bestellen Prototypen in sehr kleinen Stückzahlen, die sie innerhalb weniger Stunden oder Tage brauchen. Die Geschäftsführung hat die Organisation deshalb so aufgebaut, dass Expressaufträge reibungslos abgewickelt werden können: durch bewusste Vorhaltung von Ressourcen, klar strukturierte Prozesse und fest etablierte Beschleunigungsmechanismen.
Wie diese Prozesslogik aussieht, zeigt ein Fall kurz vor einer Produktpräsentation: Direkt vor dem Termin wurde ein Designfehler entdeckt, der nur durch eine Layoutänderung der Leiterplatte behoben werden konnte. Der Auftrag wurde intern als „Superblitz“-Auftrag behandelt: Entlang der gesamten Prozesskette wurden andere Aufträge sequenziell geparkt, sodass der eilige Auftrag gezielt überholen konnte und seine Durchlaufzeit kontrolliert verkürzt wurde – bis hin zum Direktkurier und persönlicher Übergabe. Um wiederkehrende Spitzen zu steuern, nutzen die Mitarbeiter ein Auftragsmanagement mit Ampelsystem, das die Auslastung farblich sichtbar macht, und greifen bei Bedarf auf klar geregelte Mehrarbeit zurück.
Konfigurierte Prozesse
Hinter dieser Geschwindigkeit stehen eine digitale Fertigungssteuerung, in der die Prozesse über einen modularen Baukasten konfiguriert werden, sowie ein Tracing-System, das seit drei Jahren jeden Auftragsschritt digital nachverfolgt. Der Anlass dafür war, dass die Vielzahl unterschiedlicher Kundenaufträge individuelle Programmierungen und manuelle Kontrollen aufwendig machte. Das Unternehmen hat deshalb eine Ebene geschaffen, auf der Arbeitsanweisungen systematisiert und Aufträge durchgängig sichtbar werden. So ließ sich auch der Einstieg in die Entwicklung neuer Leiterplattentechnologien mit Partnern strukturiert organisieren, indem Versuchsreihen in klare Design- und Prozessregeln übersetzt und in bestehende Abläufe eingebettet wurden.



